Benannt
wurde das
Institut nach dem Tübinger Theologen Johann Adam Möhler (1796-1838),
der
katholischerseits die wissenschaftliche Erforschung der
Lehrunterschiede zwischen den
Konfessionen begründete. Er mied die damals übliche Polemik und bezog
sich bei der
Darstellung der Lehre der Reformationskirchen auf deren offizielle
Bekenntnisschriften.
Der Träger
Träger des
Instituts ist das
Erzbistum Paderborn, subsidiär der „Verein zur Pflege
wissenschaftlicher Forschungen
auf dem Gebiete der Ökumenik e.V.“ Präsident des Institutes ist der
jeweilige
Erzbischof von Paderborn.
Der Beirat
Die Arbeit
des Institutes wird von
einem wissenschaftlichen Beirat begleitet, dem viele angesehene in- und
ausländische
Theologen angehören. Das Institut ist der Katholisch-Theologischen
Fakultät Paderborn angegliedert.
Geschichte
Die Geschichte des Johann-Adam-Möhler-Institutes ist nicht ohne die
ökumenischen Wegbereiter in der Kirche von Paderborn zu denken. An der
Philosophisch-Theologischen Akademie hatten vor allem die Professoren
Paul Simon, Adolf Herte und Norbert Peters schon vor dem Zweiten
Weltkrieg entscheidende Vorarbeiten für eine Annäherung zwischen den
getrennten Kirchen geleistet.
Simon war einer der ersten katholischen Autoren, die sich mit der
Ökumenischen Bewegung auseinandersetzten; er leitete katholischerseits
die erste interkonfessionelle Theologenkonferenz. Herte legte eine
bedeutende Studie zur Entwicklung des katholischen Lutherbildes vor.
Peters förderte als Alttestamentler die Begegnung mit der
protestantischen Exegese und trug wesentlich zur Etablierung der
Textkritik im katholischen Raum bei. Simon, seit 1933 Dompropst, und
Lorenz Jaeger, seit 1941 Erzbischof, unterhielten in der Zeit des
Dritten Reiches zahlreiche ökumenische Kontakte, die wegen der
geheimpolizeilichen Überwachung zum großen Teil verborgen bleiben
mussten. Die beiden konnten erreichen, dass 1943 ein Ökumene-Referat
der Bischofskonferenz eingerichtet wurde, dessen Leitung Jaeger und dem
Wiener Kardinal Innitzer übertragen wurde. Noch im letzten Kriegsjahr
begannen theologische Vorarbeiten für Gespräche mit der
protestantischen Seite, an denen u. a. Karl Rahner, Romano Guardini und
Michael Schmaus beteiligt waren.
Aus diesen Vorarbeiten ging 1946 der sog. Jaeger-Stählin-Kreis hervor
(Ökumenischer Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen),
in dem bis heute das Gespräch mit evangelischen Theologen gepflegt
wird. Zu seinen Mitgliedern gehörten bzw. gehören u. a. Wolfhart
Pannenberg, Karl Lehmann, Joseph Ratzinger und Eduard Lohse. Paderborn
wurde (ähnlich wie Wien für das Gespräch mit der Orthodoxie) zu einer
Werkstatt des Dialogs mit dem Protestantismus. Jaeger war schließlich
an der Initiative zur Gründung des vatikanischen Einheitssekretariates
und an dessen Konzeption entscheidend beteiligt (1960). Unterstützt vom
Prof. DDr. Eduard Stakemeier, dem Direktor des Möhlerinstituts, kann er
als einer der Väter des Ökumenismusdekretes des Zweiten Vatikanischen
Konzils gelten. Wegen seines Einsatzes für die Einheit der Kirche wurde
er 1966 in den Kardinalsrang erhoben.
Um die Begegnung der getrennten Christen zu fördern, wurde am 27.
Januar 1956 der "Verein zur Förderung wissenschaftlicher Forschung auf
dem Gebiet der Konfessions- und Diasporakunde" ins Leben gerufen.
Hauptziel des Vereins war die Errichtung eines Institutes, das die
Forschung auf dem Gebiet der ökumenischen Theologie vorantreiben
sollte. Er wurde 1969 in "Verein zur Pflege wissenschaftlicher
Forschung auf dem Gebiet der Ökumenik e. V." umbenannt.
Am 19. Januar 1957 wurde das Institut für Konfessions- und
Diasporakunde von Erzbischof Lorenz Jaeger gegründet. Es trägt den
Namen des Tübinger (später Münchener) Theologen Johann Adam Möhler
(1796-1838), der katholischerseits die wissenschaftliche Erforschung
der Lehrunterschiede zwischen den Konfessionen begründete. Der
ursprüngliche Titel "Institut für Konfessions- und Diasporakunde" wurde
1966 umgewandelt in "Institut für Ökumenik". Es ist der Theologischen
Fakultät Paderborn angegliedert.